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Johnson gewinnt das National Final 2007
(Foto: readmore.de)
Heute beginnt für dich die Qualifikation zu den World Cyber Games, die dieses Jahr in Deutschland stattfinden. Gehst du von einem sicheren Sieg aus?
Niklas "Johnson" Krellenberg: Man kann nie von einem sicheren Sieg ausgehen. Ich weiß was ich kann und versuche das auch heute abzurufen. Sollte ich keine Fehler machen und meine Normalform erreichen, gehe ich schon von einem Sieg aus. Jedoch werde ich meinen Gegner nicht unterschätzen, da ich weiß, dass er das Spiel ebenso beherrscht. Dennoch würde ich ihn wie gesagt als schlagbar betrachten.
Du sprichst das Thema Fehler an, ist jeder kleine Fehler direkt ausschlaggebend oder kann man sich den ein oder anderen erlauben? Was kann einem Spieler auf professionellem Niveau an Fehlern unterlaufen?
Johnson: Im Gegensatz zu PGR3 werden Fehler nicht mehr so hart bestraft. Berührte man nur leicht die Bande am Ende einer Kurve, verlor man etliche Zeit. In PGR4 hat man immer noch die Möglichkeit den Fehler auszubügeln, da man nur einige Zehntel verliert. Natürlich können einem auch grobe Fehler unterlaufen, wie zum Beispiel ein Dreher. Auf der Grand Prix-Strecke des Nürburgrings kürzen wir die letzte Schikane ab, indem wir über den Rasen fahren. Auf der einen Seite bringt es Zeit, auf der anderen ist es aber auch sehr gefährlich. Man kann sich sehr leicht drehen und verliert somit mindestens 5 Sekunden. Dann ist das Rennen natürlich verloren und man kann im Grunde genommen aufgeben.
Im Vorjahr konntest du dich national behaupten und dich für das Grand Final in Seattle qualifizieren. Wie schätzt du deine Chancen in diesem Jahr ein? Gibt es neue, vielleicht stärkere Konkurrenten als letztes Jahr?
Johnson: Ja, die Konkurrenz hat sich auf jeden Fall vergrößert. Es gibt dieses Jahr viel mehr Fahrer, die in der Lage sind sich für das Grand Final zu qualifizieren. Das liegt vielleicht auch daran, dass das schnellste Auto einige Fehler verzeiht, wie ich vorher schon gesagt habe. Es liegt wie ein Brett auf der Straße und berührt man leicht die Wand, passiert nicht viel. Es wird sicherlich schwerer einen Platz für das Finale in Köln zu ergattern. Entgehen lassen möchte ich mir es aber nicht, deswegen werde ich alles Mögliche tun, um dabei zu sein.
Gemäß dem Fall du schaffst erneut die Qualifikation für das Grand Final, welches Land bzw. welcher Fahrer würde in deinen Augen die größte Konkurrenz darstellen?
Johnson: Es sind eigentlich immer die gleichen Verdächtigen, die um den Titel mitkämpfen. Der Favorit auf den Titel wird, wie jedes Jahr, der Niederländer "Handewasser" sein, der die letztjährige WCG gewinnen konnte und auch SEC Champion 2008 war. Ansonsten werde ich mit Amerika, England, Frankreich rechnen müssen, auch die Österreicher werden dieses Jahr einen starken Vertreter hinschicken.
Was hat Handewasser, was dir vielleicht noch fehlt? Oder was eventuell anderen Fahrern fehlt, um ihn zu schlagen?
Johnson: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Was mir auffällt, ist, dass er zu jedem wichtigen Turnier, auf den Punkt genau, top fit ist. Er macht so gut wie nie Fehler und wenn doch, fährt er danach umso schneller. Früher war sein Problem die Nervosität, die er aber anscheinend nun sehr gut zu bekämpfen weiß. Er hat einfach keine Schwachstellen.
Johnson im Team Germany-Dress beim WCG Grand Final in Seatlle (2007)
In Anbetracht dessen, dass die Niederlande mit Handewasser dann wohl den perfekten Fahrer in ihren Reihen haben und es noch weitere starke Nationen gibt, liegt Gold für Deutschland in PGR überhaupt im Bereich des Möglichen?
Johnson: Die Frage lässt sich derzeit noch nicht beantworten. Die Saison beginnt gerade und es sind noch keine Tendenzen zu erkennen. Man kann niemals etwas ausschließen, somit auch nicht den Titel ins eigene Land zu holen, aber schwer wird es allemal.
Wie bereitest du dich auf ein solches Event vor, bzw. wie sieht dein genaues Training aus?
Johnson: Vor solchen Events intensiviere ich mein Training natürlich. Außerdem versucht man auch ab und zu sich ein paar Kniffe der anderen abzuschauen, die etwas Zeit bringen könnten. Weitere Details werde ich erstmal für mich behalten, schließlich soll Deutschland am Ende ja auch über Gold jubeln können. (grinst)
Trainierst du zeitweise auch mit Roman zusammen? Wie ist sozusagen das Verhältnis unter euch? Sprecht ihr euch ab, wenn ihr zum Beispiel bereits gegen den Gegner des anderen gefahren seid?
Johnson: Klar trainieren wir auch zusammen. Wir sprechen uns sehr oft ab und geben uns auch gegenseitig Tipps. Finden wir Schwächen oder sogar Fehler im Spiel eines Gegners tauschen wir uns darüber aus und überlegen wie wir die dann am besten zu unserem Gunsten nutzen können.
Danke für das Interview.

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