USA - Siegeszug der MLG
"Major League Gaming" ist der Name einer Liga, die in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht hat. Durch Investoren und Sponsoren setzt das Unternehmen jedes Jahr Millionen Dollar um. Ergebnis? Die besten Spieler bekamen je ein 250.000 US-Dollar Vertrag, Preisgelder nicht inbegriffen. Nun finden sogar TV-Übertragungen statt, MLG spricht damit nun auch die breite Masse an. Und um welches Spiel handelt es sich? Schon seit der Saison 2005 ist Halo 2, ein nun drei Jahre alter Shooter für die Xbox, der Toptitel der Liga. Nachgerückt in dieser Saison sind "Gears Of War", "Rainbow Six: Vegas" und "Shadowrun", allesamt Shooter für die Xbox 360. Ein Grund für die Popularität der Xbox im eSports in den Staaten könnte die Verbreitung von Xbox Live sein. Zur Nutzung des Online-Dienstes auf der Original Xbox brauchte man zwingend eine Kreditkarte. Während hierzulande nur wenige eine besitzen, verfügt nahezu jeder Haushalt der USA über eine Kreditkarte, damit stand der schnellen Ausbreitung von Xbox Live nichts im Wege. Europäer jedoch schreckten zurück und verzichteten, um sich den Kauf einer Kreditkarte zu ersparen, die zudem zusätzliche Kosten verursacht.
Abseits des Mainstream
Während die MLG es geschafft hat, sowohl die Vorstellungen der Spieler umzusetzen und es gleichzeitig massentauglich zu vermarkten, gingen die WSVG und die CPL andere Wege.
Mit "Casual Games", die die meisten Hardcore-Zocker eher vergraulten, versuchten die Betreiber Nicht- bis Wenig-Spieler als Publikum oder als Teilnehmer zu gewinnen. Die Betreiber der WSVG setzen auf die eher eSport-untaugliche Boxsimulation "Fight Night Round 3" und die Gitarrensimulation "Guitar Hero 2", beides für die Xbox 360. Die CPL geht mit dem eher mittelmäßigen Xbox 360-Shooter
F.E.A.R. auf Welttournee.
Im Falle WSVG ging der Plan nicht auf, vor kurzem sagten die Betreiber die künftigen Events ab, es ist nicht mal sicher, ob der angeschlagene Konzern die Preisgelder der letzten Events überhaupt noch auszahlen kann. Die CPL World Tour dagegen geht weiter, fraglich ist jedoch, ob ihr Konzept im Gegensatz zur WSVG aufgehen wird. Die Ankündigung eines Halo 3-Turniers zeigt offenbar, dass die CPL im nächsten Jahr auf Nischenspiele verzichten und auf auf echte eSport-Titel setzen könnte.
CGS - Ein Konzept für die Zukunft?
In aller Munde ist auch die relativ neue Championship Gaming Series (CGS), die Spieler aus alles Welt mit vergleichbar hohen Gehältern und Preisgeldern lockt. Mit dabei in dieser Saison sind das Xbox 360 Racing-Urgestein "Project Gotham Racing 3" und der Prügel-Hit "Dead Or Alive 4". Obwohl eine Karriere als Berufsspieler Zocker aus der ganzen Welt begeisterte, schreckte so manchen die Tatsache ab, dass pro Kontinent nur ein Turnier stattfand. Schließlich wollen Unterkunft und Anreise bezahlt werden. Clans können dabei nicht als Finanziers dienen, denn sofern man in einem Team organisiert ist, muss man dieses verlassen. Die Teilnahme an der CGS setzt voraus, dass man sich mit einem eigens gebildeten Team vertraglich bindet.
"Beyond the Game!"
Haben wir nicht etwas vergessen? Ja natürlich! Es ist das Turnier, was von den Spielern oft mit den Olympischen Spielen verglichen wird, nur eben für Cyberathleten. Die Sieger können sich, zumindest inoffiziell, als Weltmeister bezeichnen, denn keine Liga der Welt hat solch eine große Reichweite, wie die "World Cyber games". Die alljährlich stattfindenden Turniere in diversen Disziplinen sind der Traum jedes elektronischen Sportlers, seit 2004 auch für Konsoleros, denn in dem Jahr bildete der Neuzugang "Halo" eine Konsolenpremiere im WCG-Spielelineup. Mittlerweile haben die WCG den Xbox Generationswechsel vollbracht, dazu ist in diesem Jahr die Anzahl der Xbox 360-Games auf vier angewachsen. Neben den Vorjahrestiteln "Project Gotham Racing 3" und "Dead or Alive 4" waren "Gears of War" und "Tony Hawk's American Wasteland" hinzugekommen.
Leider profitierten die deutschen Spieler von den Neuzugängen nicht. "GoW" schiff wegen der Infizierung aus, der "THAW"-Slot wurde zur Enttäuschung einiger Spieler auf Grund der zu kleinen Spielergemeinschaft gestrichen.