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Die ESL Pro Series - Urgestein des deutschen eSport

ESL Pro Series

Die ESL Pro Series ist ohne Zweifel die größte und wichtigste eSport-Liga in Deutschland. Von der ersten Saison mit bereits beachtlichen 80.000 Euro Preisgeld und immerhin 50 Besuchern auf den ersten Finals, hat sie sich in der Szene etabliert und ist zur ersten Anlaufstelle für deutsche eSport-Profis geworden. Nicht umsonst wird dieses erfolgreiche Konzept mittlerweile auch auf andere Länder übertragen, um somit die Verbreitung und Professionalisierung des eSports weiter voran zu treiben. In diesem Artikel befassen wir uns unter anderem mit der Geschichte der ESL Pro Series, geben einen Einblick in die Bedeutung für die Community und Veranstalter und werfen einen Blick auf die Zukunft der EPS.

 


Die Alltime-Top5 der EPS.CS
Weitere Statistiken...

Als die erste Pro Series-Saison am 01. September 2002 startete, konnte wohl noch keiner mit einer solch großen Erfolgsgeschichte rechnen. Zwar war das Preisgeld für die damalige Zeit und dem Entwicklungsstand des eSports gewaltig, beachtet man aber die Organisation und das Know-How, welches mittlerweile hinter einem einzigen Event und der ganzen Liga steht, so kann man durchaus behaupten, dass die EPS damals noch in den Kinderschuhen steckte. Auch die damaligen Intel Friday Night Games waren wesentlich kleiner als die heutigen und bei den ersten Finals im Kölner Future Point vor insgesamt 50 Zuschauern wollte wohl keiner an gefüllte Hallen mit über 2.000 eSport-Begeisterten denken.

 

"Rückblickend auf mittlerweile mehr als fünf Jahre EPS können wir zurecht
Stolz darauf sein, welchen Stellenwert diese heute erreicht hat:
Die wichtigste und größte Liga im nationalen eSport!"
ESL Pro Series CS-Admins

 

Die ESL Pro Series hat sich zur wichtigsten Anlaufstelle für professionelle deutsche eSportler entwickelt und genießt innerhalb der Community den höchsten Stellenwert. Natürlich sind sich auch die Veranstalter, genauer genommen Turtle Entertainment, darüber bewusst, welchen Einfluss sie zum einen innerhalb des eSports ausüben und zum anderen welche Verantwortung sie nach außen tragen. Durch die Tatsache, dass die EPS de facto die einzige rein deutsche eSport-Liga ist, die zudem regelmäßig in ganz Deutschland Offline-Events veranstaltet und mit aktuell 170.000 Euro nicht gerade wenig Preisgeld an die Teilnehmer ausschüttet, ist natürlich auch die Presse-, bzw. allgemeine Aufmerksamkeit nur auf sie als Veranstalter gerichtet. Durch die finanzstarken Jugendlichen zwischen 12 und 21 Jahren, die ihren Idolen und Lieblingsspielern ganz nah sein wollen, steht zudem eine unfassbar große Vermarktungsmöglichkeit hinter der EPS und somit hinter dem Kölner Unternehmen. Nicht umsonst stehen weltweit operierende Unternehmen wie Intel und adidas, die unter anderem auch mousesports unterstützen, hinter der ESL und unterstützen die mit sechs Jahren noch relativ junge Liga kräftig mit Preisgeld, Ausstattung und sonstiger finanzieller Unterstützung.

 


IFNG im Kölner
Tanzbrunnen

Auch für die Community, also die Fans und Zuschauer die hinter ihren Teams und Spielern stehen und wie im echten Sport mitfiebern wollen, hat die ESL Pro Series einen sehr hohen Stellenwert. Das ganze Jahr über, ausgenommen Winter- und Sommerpause, finden in jeder Woche eine Menge Spiele statt und es bieten sich genügend Gelegenheiten die Spiele und das Lieblingsteam selbst zu beobachten und mit anderen über die aktuellen Geschehnisse und Resultate zu fachsimpeln. Nicht zuletzt bietet sich über die IFNGs und Finals auch die Möglichkeit den eSport und die EPS hautnah zu erleben. Bei manchen Begegnungen kommt mit den Fangesängen und Anfeuerungsrufen sogar Stimmung wie im Fußballstadion auf. Über die Autogrammstunden, die regelmäßig stattfinden, bietet sich zudem die Möglichkeit direkt mit den Stars zu kommunizieren. Dass man den Zuschauern das bestmögliche Gefühl geben will, zeigt unter anderem die Verlegung der Counter-Strike-Spiele vom Backstage-Bereich auf die Bühne. Über die Installation der zehn Flachbildschirme kann so jeder die Aktionen der Spieler begutachten und sich gleichzeitig kleine Tricks bei den Profis abschauen. Auch die Spieler wissen dies zu schätzen, denn durch die direkte Kommunikation mit dem Publikum bekommt man sofort Rückmeldung auf bestimmte Aktionen und kann sich durch die Anfeuerungsrufe nochmals motivieren.

 

"Im letzten Jahr hat sich im eSport sehr viel getan und wir durften
auf den IFNGs unglaublich begeisterte Fans sehen."
Sebastian Weishaar, ESL Chief Tournament Director

 

Dass die ESL Pro Series in Deutschland die wichtigste und größte Liga für Counter-Strike und für Turtle Entertainment/ESL mit Ausnahme der Extreme Masters das beste Pferd im Stall ist, zeigt sich deutlich daran, dass die gesamte Liga-Struktur auf der EPS aufbaut. Die Spieler spielen in den normalen Ladders und bekommen dort durch besonders gute Leistungen die Möglichkeit in die EAS aufzusteigen (ESL-Premium, welches für die Teilnahme an den meisten EAS-Ligen notwendig ist, wird dabei für einen bestimmten Zeitraum von der ESL bezahlt), sofern man nicht von selbst direkt an der EAS teilnimmt. Über die EAS bietet sich dann die Möglichkeit in die Königsklasse aufzusteigen und dort um Ruhm, Ehre und eine Menge Preisgeld zu kämpfen.

 


Kurios: Das Ranking nach Unentschieden
Weitere Statistiken...

Auch die Profi-Spieler bestätigen die Relevanz der Liga. „Da die EPS gleich zwei Mal pro Jahr ausgespielt wird, halte ich sie persönlich für das wichtigste Event für ein deutsches Team“, so Franz Burghardt, Spieler bei mousesports. Auch Martin Wehrmann, besser bekannt als fleks, bestätigt diese Aussage: „Ich kann nur sagen, dass die EPS auch in der mittlerweile elften Saison immer noch mindestens genauso prestigeträchtig ist wie damals. Wer die EPS gewinnt, hat in Deutschland offiziell die Nase vorn, das war und ist so.“ (Anm. d. Red.: Mit „damals“ ist die vierte Saison gemeint.) Hoorai-Spieler Blizzard belegt diese Aussage: „Die EPS hat für mich einen sehr hohen Stellenwert, schließlich ist sie schon seit sechs Jahren eine der renommiertesten Ligen weltweit.“

 

Gleichzeitig hat das System eine Art Pionierrolle in Europa inne. Deutschland war die erste Nation, die die EPS als nationale Top-Liga erhielt und als man sah, dass das Konzept funktioniert und von Spielern und Community überdurchschnittlich gut angenommen wurde, weitete man das System im kleineren Format auf andere Länder aus. Mittlerweile spielen die national besten Teams aus elf Ländern in ihrer eigenen Pro Series. Zwar gibt es in jedem Land einige Unterschiede in Preisgeld, Spielsystem, Teilnehmeranzahl oder Auswahl der Spiele, doch im Grunde genommen haben sie alle eine Gemeinsamkeit: Die am besten besetzte nationale Liga.

 

"Ich hatte nie das Gefühl, dass die EPS an Schwung verliert."
Franz "gore" Burghardt

 


Die neue Finals-Location: EXPO XXI
Foto: expoxxi.de

Da die EPS bzw. das System, das dahinter steckt, so gut funktioniert, kann man in den nächsten Jahren mit einer weiteren Ausdehnung in andere Länder und wahrscheinlich sogar auf andere Kontinente rechnen. Dabei dürfte die Entwicklung in Deutschland auch weiter voran schreiten, wenn auch nicht in einem rasenden Tempo wie bisher. Eher kann man damit rechnen, dass beispielsweise die populären Intel Friday Night Games weiter auf Deutschland ausgeweitet werden und insbesondere der sonst so eSport-arme Osten mit den Top-Spielen der Saison versorgt wird. Doch auch die Zuschauerzahlen werden mit der wachsenden Akzeptanz weiter steigen. Nicht zuletzt die Vorstellung der neuen Finals-Location der nächsten zwei Jahre, das Gelände der EXPO XXI, zeigt, dass man mit weitaus mehr Besuchern rechnet. Wer auf den letzten Finals in Köln war oder auch auf dem regulären IFNG weiß, dass der Tanzbrunnen allmählich zu klein wird.

 

Die Ziele seitens Turtle Entertainment scheinen vorerst bereits erreicht zu sein - Die Nummer Eins in Deutschland und den anderen Ländern. Jetzt gilt es diese Position zu festigen und den Vorsprung auf die Konkurrenten weiter auszubauen. Doch auch die Anerkennung der Gesellschaft für den eSport zu erreichen, ist eines der großen Ziele des Kölner Unternehmens und gerade in dieser Richtung liegt noch ein großes Stück Arbeit an. Man kann jedoch deutlich die Bemühungen sehen und die ersten Früchte des Erfolges sind bereits sichtbar. Es zeigt sich, dass die ESL Pro Series zu einem festen Bestandteil im deutschen und europäischen eSport geworden ist und von ihrer Position als Wegbereiter des eSports zum Diplomaten gewechselt ist. Wir als Fans und Spieler können froh sein, dass hinter diesem Projekt viele ehrgeizige Mitarbeiter stehen, die wie wir alle ein Ziel haben und nicht aufhören daran zu arbeiten: Die Akzeptanz der Gesellschaft zu ernten und den eSport noch bekannter zu machen.

 

Weiterführende Themen: Neben den obigen Ausschnitten haben wir noch viele weitere interessante Statistiken für euch gesammelt. "Wer hat beispielsweise wie oft an den Finals teilgenommen und ist dabei auch noch in das Overall-Finale gekommen?" oder "Welches Team hatte die beste Score-Differenz während einer Saison?" All diese Frage und noch viel mehr werden euch im Statistikteil beantwortet. Zu den Statistiken...

Statistik

12 Kommentare
Von Jan Schnitzler (mouz|jps)
mousesports Journalist
Stand: 24.05.2008

Kommentare

1 Page(s)   [ 1 ]
#1 - 24.05.2008 (17:26)

Michback
User

bleibt nur ein "WOW". Gut geschrieben und sehr viel Arbeit reingesteckt!
#2 - 24.05.2008 (17:33)

blaze[TT]
User

Der Artikel gefällt mir sehr gut. Schöne Arbeit, Respekt!
#3 - 24.05.2008 (17:35)

aRadau
User

nice
#4 - 24.05.2008 (17:46)

Voll der Coole
User

Super geschrieben und sieht sehr aufwendig aus, besonders die Statistiken.
#5 - 24.05.2008 (17:49)

mrC^
User

wirklich sehr gute arbeit!!
#6 - 24.05.2008 (19:11)

mouz|xci
Journalist

sehr sehr nice jan!
#7 - 24.05.2008 (19:44)

suuuuuuuuuuunn
User

sehr schön. vor allen dingen die statistiken
#8 - 24.05.2008 (19:56)

z0ca.s
User

sehr n1
#9 - 24.05.2008 (21:25)

bibeljunge
User

was wären all die Ligen und vor allem der eSport an sich OHNE Counterstrike?

kein CS = kein ESport in dieser Grössenordnung. Solange also CS attraktiv ist, ist auch der eSport eine Marktlücke.

Oder mit welchen Spielen sollte man sonst eine solche Struktur aufbauen können?
Sogar Quake3 ist gestorben. Wc3, Fifa, etc sind Lückenfüller, imho.
#10 - 24.05.2008 (22:22)

`XeRox
User

wc3?nein eher nicht^^
#11 - 24.05.2008 (23:09)

dLe
User

JAN DU GEILE SAU!!
übel was ein artikel, lange nicht mehr so etwas gelesen im eSport Bereich. Das soll mal jmd nachmachen: ein artikel ohne flames und nur lob, egal ob mousesports.de oder readmore.de
und das mit 17...alle achtung
#12 - 31.05.2008 (02:53)

mouz|Starsky
Journalist

Jan hat nen Fanboi =) <3
1 Page(s)   [ 1 ]

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