"VOIPlayArena" - So lautet der Name der neuen Community, die seit dem 08.05.08 versucht, sich in der deutschen Szene zu etablieren. Die Spieler werden mit Preisen wie Mouseskatez und Waveboards angelockt. Für reichlich Werbung sorgten Szeneseiten wie readmore, fragster oder auch mousesports. Den Spielern wurde versprochen, dass "das Erstellen und Spielen von Gather-, Trainings- oder Ladderspielen so einfach wie nie zuvor" (mousesports.de) sein würde. Doch was genau macht die "VOIPlayArena" so besonders?
Besucht man die Internetpräsenz der "VOIPlayArena" zum ersten Mal, so fühlt man sich ein wenig überfordert. Zwar ist die Navigationsleiste schlicht gehalten, jedoch rauben einem die riesigen Banner und die Scrollbalken auf der Seite selber die Übersicht. Hat man sich erst einmal registriert, so kann man sich den Clienten runterladen (dazu später mehr). Mit wenigen Klicks hat man diesen installiert und schon kann man loslegen, auf dem Public zu spielen oder wahlweise ein Gather beizutreten bzw. zu erstellen. Glaubte man noch bei der Registration, es würde einige Monate dauern, bis man sich an die Seite der "VOIPlayArena" gewöhnt und zurechtgefunden hat, so überrascht einen direkt die Simplität, die einen "VOIPlay" bei den Gathers bietet. Mit dicken Buttons, die farblich hinterlegt sind, kann man ein Gather erstellen, Spieler zulassen und das Gather dann starten. Ist es dann vom Gatheradmin gestartet, so wird man direkt auf eine Seite weitergeleitet, die mit einem Klick Counter-Strike startet, auf den Server connectet und einen direkt in das richtige Team wählt.
Ingame bietet die "VOIPlayArena" ein Script, welches man vorher nur von Turnieren wie der ESWC gewohnt war. Dieses registriert, wann alle Spieler "ready" sind (dazu müssen diese einfach nur "ready" in den Chat schreiben), startet dann das Spiel und zeigt einem jeden Rundenanfang das aktuelle Zwischenergebnis, welche Runde grade gespielt wird und wie viele Runden gespielt werden. Somit fällt die ewige Diskussion zwischen den Spielern, ob nun MR12 oder MR15 gespielt wird, weg.
Ist eine Halbzeit gespielt worden, so werden die Spieler direkt in das andere Team gewechselt und wieder wird gewartet, bis alle Spieler "ready" sind. Dabei gibt es eine Zeitbeschränkung, in der alle Spieler fertig sein müssen. Wird diese überschritten oder disconnectet ein Spieler und kommt nach vier Minuten nicht wieder, so bekommt derjenige eine Strafe und dem Rest des Teams wird freigestellt, ob sie weiterspielen oder das Gather abbrechen wollen.
Ist das Gather beendet und beendet man das Spiel, bekommt man auf der Seite direkt eine Nachricht, in der einem die eigenen Stats mitgeteilt werden, wie viele Punkte man erfüllt hat und welche Aufgaben man für das Erfahrungsranking erfüllt hat.
Der Client, der das Herzstück der Arena bildet, ist ein absolutes Novum. Er beinhaltet ein Voicetool mit der wohl bisher besten Qualität, Buddies sind direkt über ein Chatprogramm zu erreichen, ein integriertes Anti-Cheat-Programm macht Screenshots des Spiels und läd sie direkt auf die Seite. Den Clienten einmal runtergeladen, muss man sich nicht selbst um Updates kümmern. Steht eine neue Version zur Verfügung, so wird sie beim Start direkt runtergeladen. Nach Bedarf informiert der Client einen auch über die Aktionen der eigenen Buddys.
Im Kampf gegen Spieler, die unlautere Mittel benutzen, geht "VOIPlayArena" einen ähnlichen Weg, wie die ESL. Doch hier wird einem der Komfort, der einem mit dem Clienten geboten wird, richtig bewusst. Die Screenshots, die der Client während des Spiels macht, werden umgehend hochgeladen und sind von anderen Usern direkt unter dem Profil des Spielers einzusehen. Zwar lässt die Qualität der Bilder zu wünschen übrig, doch um ESP-Cheats oder ähnliches zu entdecken, genügen sie. Hat man dann eine Auffälligkeit gefunden, so ist direkt unter dem Screenshot die „Bild melden“-Funktion zu finden. Damit werden Admins benachrichtigt, diesen Screenshot zu prüfen und notfalls den User zu bestrafen.
Doch der Komfort, der einem mit diesem Anti-Cheat-Programm geboten wird, hat ihren Preis: Spieler, die einen Downstream von 1024kbit/s und einen Upstream von 128 kbit/s oder niedriger haben und einen älteren PC besitzen, sind stark beeinträchtigt. So verbrauchen das Uploaden der Screenshots und die sehr hohe Qualität der Voicetools massig an Leistung. Der Ping schnellt somit in die Höhe und die FPS-Zahlen sinken oft unter die 60-FPS-Grenze, was das Spielen unmöglich macht und nicht nur den Betroffenen, sondern auch die Mit- und Gegenspieler ärgert.
Ein weiteres Novum, was die „VOIPlayArena“ bietet, ist das Statistikcenter. Dort werden dem User die gewonnen Medaillien angezeigt, mit welcher Waffe man wie viele Kills geschafft hat, wie viele Bomben man gelegt bzw. enschärft hat und welchen Teil des Körpers man am häufigsten trifft. Im eigens entwickelten „Matchanalyzer“ lassen sich gespielte Spiele in der Overview noch einmal anschauen.
Die Statistiken werden nun dazu genutzt, dem Spieler ein Skillranking zu bieten. Dabei wird vor allem darauf geachtet, wie viele Kills der User macht, wie oft er stirbt und wie viele Bomben er gelegt und entschärft hat. Kills geben Plus-, Tode Minuspunkte. Hat man eine gewisse Punktzahl erreicht, so steigt man ein Level hoch und bekommt einen von drei Balken, die im Profil angezeigt werden. Farblich werden diese aufsteigend mit Grün, Blau, Rot und Schwarz gekennzeichnet. Je höher man im Levelsystem ist, desto schwieriger ist es, sich dort zu halten. Kills geben weniger Pluspunkte, wobei Tode noch härter am Punktekonto nagen. Durch dieses System pendelt sich jeder User auf einem gewissen Niveau ein und kann gleichzeitig sehen, wer sich auf seinem Skilllevel befindet.
"VOIPlayArena" hinterlässt nach einer Woche einen positiven Eindruck bei den meisten der bisher 4000 registrieren Spieler. Mit ihrer Ankündigung, das Gathern zu vereinfachen, haben sie nicht zu wenig versprochen. Es ist zwar kein neuer Weg, der hier eingeschlagen wird, aber ein erster Schritt in die Richtung, vor allem den Casual-Gamern eine Plattform zu bieten. Sollte man es in nächster Zeit schaffen, die Kinderkrankheiten des Clienten zu beseitigen, weiterhin einen guten Support zu bieten und das Anti-Cheat-Programm stets auf dem Laufenden zu halten, so besteht eine gute Möglichkeit, nicht nur eine Alternative zur ESL, sondern eine wirkliche Konkurrenz zu sein. Und diese belebt bekanntermaßen das Geschäft.