Es ist noch gar nicht lange her, da brachte Blizzard Entertainment die so sehnsüchtig erwartete StarCraft II-Beta auf den Markt. Seit Monaten, nein sogar Jahre wartete die Community und auch der eSport auf das neue RTS-Game, letztlich konnten wir es alle eher spielen als erwartet. Eigentlich rechneten Fans und Experten mit einem Beta-Start im Sommer 2010, dann jedoch ließ Blizzard die Hüllen eher als gedacht fallen und verteilte die ersten Beta-Keys.
Der Andrang auf der GamesCom war
riesen groß. Warte zeiten von mehreren
Stunden musste man in Kauf nehmen.
(Foto: fragster.de)
Der Ansturm war riesig, viele werden wohl, als die offizielle Nachricht über den Start bekannt wurde, mehrmals am Tag ihr eMail-Postfach abgerufen haben - in der Hoffnung einen Key erhalten zu haben. Jedoch wurden am Anfang nur einige mit diesem Glücksgefühl belohnt, die meisten mussten sich auf Community-Seiten mit Videos, Streams oder Erfahrungsberichten versorgen. Schon bald wurde klar, StarCraft II könnte den RTS-Bereich im eSport verändern - gänzlich reformieren.
Schon Monate bevor die Beta eigentlich erhältlich war, sprachen viele davon, dass WarCraft III nicht überleben wird, sobald SC2 auf den Markt kommt. Besser gesagt, wird WC3 seit Wochen tot geredet. Allerdings hat es tatsächlich den Anschein, als würden sich diese Vermutung bewahrheiten. Derzeit findet man StarCraft II überall, Coverages, News und sogar Turniere werden ausgetragen. WarCraft III, so scheint es auf jeden Fall, wird immer mehr in den Hintergrund gerückt.
Selbst die ESL fördert die Beta mit ihrem hauseigenen Sender ESL TV. Showmatches zwischen Weltbekannten Profispielern sind beinahe zum Alltagsgeschäft geworden. Auch die anderen Sender richten ihr Programm immer stärker an SC2 und versorgen die Community mit reichlich StarCraft II. Große Firmen, wie zum Beispiel unser Sponsor Razer, richten ihre eigenen Turniere aus und entwickeln speziell auf StarCraft II ausgerichtete Gaming-Hardware wie Mäuse, Tastaturen und vieles mehr. Wie man sieht, sehen auch viele Firmen großes Potential in diesem Spiel.
Als die Beta erschien, versuchten viele WarCraft III-Spieler ihrem Titel weiterhin die Treue zu halten und schrieben den neuen RTS-Kracher als "billig" ab - ein Abwehrversuch? Allerdings hielt dieser Vorsatz bei vielen nur kurze Zeit an, die Versuchung, selbst einmal Hand anzulegen, war einfach zu groß. Schnell mussten einige derer, die SC2 doch als "billig" verpönten, feststellen, dass die Beta einiges neues zu bieten hatte. Spielen wurde wieder richtig interessant und machte vor allem wieder mehr Spaß.
Die Zahl der SC2-Anhänger wuchs. Auch in der noch laufenden ESL Pro Series sieht es nicht anders aus. Viele Progamer, darunter auch unser Spieler Dennis "HasuObs" Schneider, trainieren mittlerweile fast ausschließlich SC2. Jeder möchte von Anfang an dabei gewesen sein, um später nicht wieder so viel aufholen zu müssen. Schließlich ist festzuhalten, dass viele koreanische StarCraft-Profis noch Schwierigkeiten damit haben, sich an den Nachfolger anzupassen - eine Chance für Europa?
Für viele stellt die Möglichkeit, sich endlich wieder frei zu entfalten und Neues auszuprobieren, einen wirklich sehr attraktiven Punkt da. Versuchen, neue Taktiken zu entwickeln oder einfach mal was auszuprobieren, ist für viele eine "Erlösung"- Nicht immer nach Schema F, dass bestätigt auch unser Allround-Talent HasuObs in einem Interview, welches wir vor wenigen Tagen veröffentlicht haben. Es selbst gab zu Wort: "Wie schon erwähnt ist das Spiel noch völlig offen was Strategien angeht, klar gibt es schon ein paar Strategien die vermehrt gespielt werden, aber das typische Warcraft III Death Knight/Lich/Fiend/Destroyer oder Bladmaster/Shadow Hunter/Grunts/Raider und Walker gibt es einfach noch nicht."
Langeweile? - Nein Danke, neue Taktiken
sind Alltagsgeschäft
Allerding muss man auch ein wenig Angst um StarCraft II haben. In Korea zum Beispiel würde der Titel im jetzigen Zustand nicht einmal die Jugendfreigabe erhalten, eine Entscheidung, die wohl jeden den Kopf schütteln lässt. Außerdem hat die KESPA überall großen Einfluss, wenn es um Progaming geht. Möglich wäre es also auch, dass es hier weiterhin nur StarCraft I-Matches zu verfolgen gibt, viele der dort ansässigen Progamer sind bis dato nämlich noch nicht wirklich überzeugt vom Nachfolger. Sollte es zu diesem Fall kommen, bekommt Blizzard, als auch auch der globale eSport ein Problem.
Es bleibt festzuhalten, dass StarCraft II ein wirklich interessantes Spiel ist, auch wenn es sich immer noch "nur" um die Beta handelt. Blizzard leistet gute Arbeit, mit zahlreichen Patches die Balance bis zum endgültigen Erscheinungstermin perfekt zu gestalten. Der eSport befindet sich derzeit im Bann des RTS-Nachfolgers und es scheint so, als würde SC2 schon sehr bald WC3 auf großen Turnieren ablösen können. Eins steht fest, StarCraft II ist schon jetzt nicht mehr aus der europäischen eSport-Szene wegzudenken. Für alle die bis dato noch keinen eigenen StarCraft II-Zugang haben, werden wir auf www.mousesports.com in den kommenden Tagen einige Beta-Keys verlosen.