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Emotionen und Analysen

 

Ein weiteres Großevent des eSports steht mit den ESL Extreme Master Finals wieder auf den Plan, Austragungsort ist teilweise das Hannover Kongress-Zentrum und zum Anderen die heiligen Hallen der CeBIT. Nach dem die Gruppenphase eher im ruhigen, gemütlichen Kongress-Zentrum ausgetragen wurde, fanden die Relegations- sowie Playoffspiele auf der CeBIT statt. Hier deutet sich auch schon der erste Unterschied bzw. die erste Gemeinsamkeit des Turniers mit ESL TV an.

Wenn man seine Ruhe hat, ist die Konzentration besser und die Analyse des Gegners fällt einem leichter, da die nervenden Hintergrundgeräusche minimal sind. Vereinzelt hört man die Spieler schreien, doch das gehört zu einem emotionsgeladenen Spiel, wie es Counter-Strike nun mal ist, dazu. Überträgt man jetzt diese Situation auf die Kommentatoren, scheinen als gutes Beispiel die englischsprachigen ESL-TV Moderatoren zu dienen. Im WarCraft III-Bereich standen während der Gruppenphase der Extreme Masters Templar und Rotterdam dem Kölner Unternehmen zur Verfügung. Während der junge Niederländer stets im Hintergrund agierte und taktische Elemente dem interessierten Zuschauer näher und vor allem verständlich vermittelte, schaffte es Templar immer wieder durch vereinzelte Kommentare das Geschehen zu untermauern. Sozusagen brachte er die Stimmung und Rotterdam das Verständnis nach Hause. Diesen Mix gab es auch während den Counter-Strike-Matches. Mit Tosspot fühlte man sich ständig mittendrin, doch durch Xeqtrs taktische Analyse befand man sich gleichzeitig über der Map und konnte alles haargenau nachvollziehen und verstehen.


Schon auf dem ESWC ein gutes Team:
Xeqtr und Tosspot (© 2008 readmore.de)

Der ehemlige fnatic-Spieler moderiert nun auf
ESL TV (© 2008 readmore.de)

Im Gegenzug herrscht auf der CeBIT eine enorme Lautstärke und die Menschen scheinen unkoordiniert über das Messegelände zu laufen. Hilfslosigkeit und Lärm sind während des Besuches oder des Zuschauens des ESL-TV-Stream mit deutschen Moderatoren ständiger Wegbegleiter. Es wird viel zu viel um den heißen Brei gesprochen, teilweise überhaupt nicht zum Spiel passend, und jeder Frag laut bejubelt, selbst wenn er gar nicht der Rede wert ist. Und hier liegt auch das Problem. Die deutschen Moderatoren scheinen auf Krampf heraus zu versuchen, das Spiel anschaulich zu gestalten und dabei witzig zu sein, damit es dem Zuschauer Spaß macht. Doch aus diesen beiden Faktoren kann ziemlich schnell ein Irrweg werden, wenn nicht das richtige Maß eingehalten wird. Klar lockert ein lustiger Witz seitens pre das Spiel auf, aber der Zuschauer will doch ähnlich wie bei anderen Sportarten wissen, wieso, wozu und weshalb die Spieler gerade in dieser Situation das machen. Ein gutes Beispiel liefert hier der Norweger Xeqtr. Im Spiel mousesports gegen mibr verloren die Mäuse nach einem guten Start ziemlich viele Runden in Folge. Nachdem das Moneymanagement auf Seiten der Brasilianer war, erklärte der Norweger wieso sich Tixo, nachdem er bei gelegter Bombe noch zwei Gegner töten konnte, zurückzog, obwohl es noch realistisch gewesen wäre, die Bombe zu defusen. Denn durch den wirtschaftlichen Schaden, den der Deutsche mibr anrichtete, waren die Brasilianer gezwungen, die nächste Runde zu gewinnen, denn sonst drohte des Moneymanagement wieder auf Seiten der Mäuse zugehen. Daher lastete doppelter Druck auf den Schultern rund um fnx. Der wirtschaftliche Schade betrug immerhin drei verlorene Waffen inklusive Eqiupment sowie Granaten. Im Gegenzug konnte Tixo seinen Mitspielern zwei Waffen legen und verhalf dadurch zu einer erfrühten vollequipt-Runde seines Teams. Wäre also die Runde auf das Konto der Mäuse gegangen, hätte sich das Blatt binnen weniger Wimpernschläge gedreht. Dass so eine Rechnung nicht immer aufgeht, ist klar, denn auch der Druck auf Seiten der Deutschen war zu diesem Zeitpunkt genau so groß.

Genau so etwas wollen wir doch sehen. Es ist klar, dass man nicht alles in einem Spiel erfassen und dem Zuschauer veranschaulichen kann. Doch noch weniger sinnvoll sind affenähnliche Schreie und Flachwitze am laufenden Band. In diesem Punkt haben uns die englischen Kommentatoren etwas voraus. Der Mix zwischen Unterhaltung und Analyse wird viel besser getroffen und somit macht das Aufpassen auch Spaß. Und gibt es etwas Besseres, als durch Vergnügen zu lernen?

 

Content: finYas Graphics: René

Kommentare

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#1 - 09.03.2008 (00:07)

`XeRox
User

deshalber englische stream >>>> deutsche stream
#2 - 09.03.2008 (00:43)

bande
User

richtig englische stream ist besser
#3 - 09.03.2008 (17:35)

binschodo
User

stimme zu. mit moon als co-kommentator ist's jetzt aber viel erträglicher.
pre gibt leider meist nicht wirklich viel über das spielgeschehen von sich, erinnert eher an einen stefan raab imitator.
#4 - 09.03.2008 (21:11)

Scriptlike
User

tosspot & exeQtr haben mich echt überzeugt! Klasse Duo, die schau ich mir gerne nochmal an!
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